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Juni 21, 2021

Heute stellen wir euch das Ergebnis von Heike's Schreiner Gesellenprüfung vor. Bei der Oberflächenveredelung wurde Sie tatkräftig von unserem Mr. Beam unterstützt. Heike war so lieb und hat uns ein paar Fragen zu Ihrer gelungenen Arbeit beantwortet.

 

Wenn man dein Gesellenstück sieht fallen sofort die gemusterten Flächen auf. Was hat es damit auf sich?

Der Korpus des Sideboards besteht aus Esche, die Rückwand und Schubkästenböden aus Sperrholz, furniert mit Zwetschge. Furnier nennt man Holz, das bis zu wenige mm dick sein kann, mit dem Spanplatten oder Sperrholzplatten beleimt um eine Vollholzplatte zu imitieren. Aber man kann natürlich auch aus dem Furnier, in meinem Fall war das 0,6mm dick, quasi Puzzle legen und dann dieses Muster auf die Platten leimen. Die Technik ist (natürlich ohne Laser) schon Jahrhunderte alt und war besonders im Barock sehr gefragt.

Bei den Türen habe ich dann auch nur den hellen Splint (der äußere Teil des Stammes) und den dunkleren Kern der Esche, und das rötliche braun der Zwetschge verwendet.

Und wie hast du den Mr. Beam dabei genutzt?

Bei den Einstellungen zum Furnier lasern muss man ein wenig herumprobieren, da gibt es leider keine passgenauen Voreinstellungen, weil sich jedes Holz anders schneidet. Eukalyptusfurnier beispielsweise lässt sich kaum lasern und verkohlt enorm. Ich empfehle für den Anfang zum Lasern feinporige Hölzer wie beispielsweise Birne, Apfel, Zwetschge, Birke, Ahorn oder Buche, weil die gelaserten Teile in sich stabiler sind. Filigrane gelaserte Furnierteile aus Esche, Eiche, Kastanie oder Robinie brechen sehr leicht bei der weiteren Verarbeitung an den durch die groben Poren geschwächten Stellen. Kann man alles wieder hinkleben, nervt aber in der Verarbeitung.

Und wenn man wie ich wirklich viel Furnier lasert, sollte man seinem Laserkopf ab und zu ein wenig Liebe entgegenbringen und rechtzeitig auseinander bauen und säubern.

 

Muss man sonst noch etwas beachten?

Wichtiggesellenprüfung-schiebetür-muster ist es beim Furnieren, dass man sowohl die Vorder- als auch die Rückseite seines Werkstücks furniert. Auch wenn man die Rückseite möglicherweise gar nicht sieht, weil sich sonst die Platte stark verformen kann. Man muss auch auf die Wuchsrichtung des Holzes aufpassen und schauen, dass alle Teile, die man dann zusammenleimen möchte, die gleiche Orientierung haben.

Apropos zusammenleimen. Das funktioniert am besten in dem man die Einzelteile mit Klebeband fixiert. Das Klebeband kann dann nach dem Aufleimen abgezogen werden. Ich rate hier aus eigener leidiger Erfahrung vorher zu testen, wie gut sich das jeweilige Klebeband wieder von dem Holz löst. Sonst sitzt man dann stundenlang da und rubbelt Klebereste von seiner Arbeit.

Aufleimen kann man das so entstandene „Puzzle“ mit normalem Weißleim, den man möglichst dünn auf der Trägerplatte verteilt.

Und ist das auch ohne Tischlerwerkstatt umsetzbar?

Ich hatte für das Anleimen meiner Furniere natürlichmr-beam-mustererstellung eine professionelle Furnierpresse zur Verfügung, bis zu einer bestimmten Größe lässt sich das aber auch relativ problemlos mit Schraubzwingen bewerkstelligen. Also oben und unten auf das Werkstück eine beschichtete Platte um den Druck der Schraubzwingen gleichmäßig zu verteilen und möglichst viele Zwingen mit möglichst viel Druck ansetzen.

 

Jetzt haben wir viel über Furnier geredet, aber noch gar nicht über das Gesamtmöbel! Wie bist du denn auf die Idee gekommen?

Ehrlich gesagt stand erst die Idee der Furnierarbeit und dann habe ich mir drum herum das Möbel ausgedacht. Mir war klar, dass ich möglichst viel Fläche haben möchte um mich mit dem Mr. Beam austoben zu können. Und da haben sich die Türfronten angeboten.

Mir hat man von allen Seiten gesagt, dass man mit Mustern aufpassen muss, weil man sich schnell daran satt sieht, also habe ich mich für Schiebetüren entschieden, die beidseitig nutzbar sind. Eine Seite mit flächigem Muster, die andere Seite schlicht. Die Türen sind so konzipiert, dass sie nach oben aushebbar sind und man sie dann, um die eigene Achse gedreht, anders herum wieder einbauen kann. Insgesamt habe ich drei Türen angefertigt. So kann ich dann, wenn ich ein Muster Leid bin, variieren oder beide Türen auf die schlichte Seite drehen und habe dann ein ganz unaufgeregtes, klassisches Möbelstück.

muster-schiebetür-gelasert

Die 50er und 60er Jahre standen Pate beim Entwurf des Sideboards. Und natürlich mit Füßchen! Ich finde zu einem schönen Möbel gehören Füße. Freihängendes, an der Wand montiertes Zeug kommt mir nicht ins Haus. Bei Regalen und Küchenschränken mache ich eine Ausnahme. ;)

Was könnte man denn noch alles mit Furnier und dem Mr. Beam anstellen?

Wie schon angedeutet sind im Hobbybereich große Flächen ein Problem. Gut vorstellen kann ich mir beispielsweise Namens- oder Türschilder, Schmuck, Spielbretter oder Teile für Brettspiele, Wanddekorationen, Schatullen usw. Der Fantasie sind da wenig Grenzen gesetzt. Richtig schön ist es auch Linien auf dem Holz zu setzen, die nicht komplett durchschneiden, sondern nur markieren. So kann man ganz leicht Extrakonturen oder Binnenzeichnungen innerhalb der Einzelteile setzen ohne, dass das anschließende Basteln aufwändiger wird.

Man muss auch nicht immer ebene Flächen produzieren. Man könnte beispielsweise auch eine Grundfläche aus hellem Holz nehmen und dann Akzente aus dunklerem Furnier aufleimen, die dann plastisch leicht hervorstehen. Das wäre zum Beispiel im Schmuckbereich gut denkbar. (Wenn die Teile klein genug sind, dann lässt sich mein Hinweis immer Vorder- und Rückseite furnieren zu müssen, vernachlässigen.)

Man kann auch die gelaserten Stücke quasi schattieren, in dem man in einer Pfanne Sand erhitzt und die Stückchen mit einer Pinzette in den Sand stecken und kurz warten. Richtig platziert und rechtzeitig wieder herausgenommen ergibt das einen fast dreidimensionalen Effekt.

Ich bin schon ganz gespannt, ob unter #madewithmrbeam in der nächsten Zeit ein paar Furnierarbeiten mit auftauchen!

 

Vielen Dank an Heike für den interessanten Einblick. Auf dem Instagram Account "grauzonenidee" könnte ihr weitere Arbeiten von ihr bewundern.